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wdr5Was wie ein dummer Witz klingt, behauptet mit Andreas Flocken ein Redakteur der Sendung „Streitkräfte und Strategien“ des NDR-Staatsfunks. Er reiht sich damit in eine Kampagne zur Aufrüstung und Modernisierung der Bundeswehr ein, die mit dem transatlantischen Pamphlet von der „Neuen Verantwortung“ ihren Anfang nahm.

Kommentar – Ernsthafte Sorgen um deutsche Streitkräfte:
 Ausrüstung mangelhaft!

Defektes Fluggerät, fehlende Ersatzteile – die Materialprobleme der Bundeswehr sind so gravierend, dass sich selbst gestandene Pazifisten langsam Sorgen um die Landesverteidigung machen. Angesichts der jüngsten Pannenserie wächst die Kritik an der Beschaffungspolitik des Verteidigungsministeriums – und zwar nicht nur in der Opposition. Eine aktuelle Auflistung des derzeit nicht einsatzbereiten Materials habe „gravierende Mängel offenbart, die mir in dieser Form so nicht bekannt waren“, sagte die Verteidigungspolitikerin Agnieszka Brugger (Die Grünen). In welchem Zustand ist die Bundeswehr tatsächlich? Ein Kommentar von Andreas Flocken.“ (LINK)

Dass es überhaupt eine Sendung wie „Streitkräfte und Strategien“ gibt, klingt ebenfalls wie ein böser Witz aus dem Kalten Krieg. Hätte der Staatsfunk sich nicht nach 1989 ein bisschen um Abrüstung im eigenen Haus bemühen können? Vermutlich hätte man dann das Problem gehabt, Überbleibsel aus dem Waffenarsenal – wie Andreas Flocken – fachgerecht und preiswert zu entsorgen.

Überhaupt, wo ist das Pendant zu „Streitkräfte und Strategien„? Eine Sendung mit dem Titel „Friedensforschung und Völkerfreundschaft“ würde einem Staatsfunk im Land der Weltkriegsverbrecher wahrlich besser zu Gesicht stehen, als die an dieser Stelle dokumentierten Ergüsse einer Redaktion, die als mediale Schnittstelle zu Militarismus und Kriegstreiberei agiert.

Wenn Militaristen wie Flocken von Landesverteidigung schwafeln, dann möchte man sie doch gerne mal Fragen, wann sich Deutschland zuletzt gegen einen Aggressor verteidigen musste oder wer denn heutzutage Deutschland bedroht. Allein mit diesen zwei Fragen wäre das reaktionäre Lamentieren über schlechte Ausstattung der sogenannten Bundeswehr schnell beendet.