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ardIn diesem dritten Teil der Juni-Wochenanalysen der ARD-Ukraine-Propaganda (Teil1, Teil2) vom 16. bis 22.6.2014 finden wir eine nahtlose Fortsetzung staatlicher Propaganda, wie wir sie bereits in den ersten beiden Juni-Wochen dokumentiert haben. Es wird weiterhin verschwiegen, verzerrt, getäuscht und desinformiert.

Montag 16.6:

tagesschau 16.6Tagesschau, Judith Rakers: „Weil Rechnungen nicht bezahlt wurden, will der russische Staatskonzern Gazprom jetzt nur noch gegen Vorkasse liefern. Damit schürt Moskau auch die Sorge vor Engpässen in der EU, weil die Ukraine wichtigstes Transitland für Gasexporte ist.“

Eine weitere gezielte Dämonisierung Russlands. Die Behauptung „Moskau schüre Sorgen“ unterstellt vorsätzliche bösartige Motive, obwohl der Konzern Gazprom nichts anderes macht, als einem säumigen Zahler den Hahn abzudrehen. Die Versorgung der EU ist davon in keinster Weise betroffen. Engpässe gäbe es lediglich dann, wenn die Junta in Kiew wieder einmal Gas klauen sollte. Genau das verschweigt die Propagandistin Rakers, um den Eindruck zu erwecken, „Moskau“ würde vorsätzlich bösartig gegenüber der EU handeln.

Der im Osten des Landes einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung führende Präsident Poroschenko wird als Friedensengel präsentiert, wenn er im folgenden Bericht von Golineh Atai eine Waffenruhe vorschlagen will. Vom Krieg selbst, den dieser Mann gegen die Gegner des Putsches in der Ostukraine führt, wird in der Tagesschau in keinster Weise berichtet.

Tagesthemen: Auch in den Tagesthemen wird der Krieg totgeschwiegen. Es wird ausschliesslich der Gasstreit thematisiert.

Dienstag 17.6:

Keinerlei Berichte über den Krieg in der Ukraine.

Mittwoch 18.6:

Tagesschau: Poroschenko wird in der ARD erneut als Friedensengel dargestellt:

Tagesschau 18.6Regierung in Kiew bietet Waffenruhe an.

Im Ukraine-Konflikt will Präsident Poroschenko offenbar auf die Separatisten im Osten zugehen. Sein heute vorgelegter Friedensplan sieht eine baldige einseitige Waffenruhe der Regierungstruppen vor. Allen Aufständischen, die ihre Waffen dann ebenfalls niederlegen versprach Poroschenko eine Amnestie.“

Was die ARD-Propaganda gezielt verschweigt: Poroschenko will, dass die bewaffneten Separatisten durch einen Korridor nach Russland verschwinden sollen. Ethnische Säuberung nennt man sowas gemeinhin. Diesen Eindruck will man hier zweiffelos vermeiden.

Ein Bild das die ARD niemals zeigen würde. (Es sei denn es handelte sich um ein Opfer der Separatisten)

Was die ARD-Propaganda darüber hinaus verschweigt: Am selben Tag finden massive Kämpfe mit zahlreichen Toten statt. Es werden erneut russische Journalisten getötet. Eine Gaspipeline wird Ziel eines Bombenanschlags. In Donezk und Charkov demonstrieren tausende Menschen gegen den Krieg und gegen die NATO. Von alledem soll der deutsche Bürger nichts erfahren. Er bekommt Demonstranten lieber dann präsentiert, wenn diese im Sinne von EU und NATO protestieren.

Beispielhaft seien an dieser Stelle der österreichische Standard und Telepolis als Quellen genannt, die die Propaganda der ARD durch ausgewogenere und umfassendere Berichterstattung kontrastieren.

Die Tagesthemen senden an diesem Tag keinerlei Berichte über die Ukraine.

Donnerstag 19.6:

tagesthemen 19.6Wieder keine Berichterstattung über den Krieg der westlichen Junta gegen das eigene Volk. Statt dessen wird NATO-Scharfmacher und Rüstungshetzer Rasmussen mit der Aussage präsentiert, Russland habe mehr Soldaten an die ukrainische Grenze verlegt. Dass Russland zuvor vom Westen genau dazu aufgefordert wurde, um ein angebliches Einsickern von Waffen und Kämpfern zu verhindern, wird gezielt verschwiegen. Darüberhinaus berichtet die tagesschau, dass die Ukraine einen neuen Aussenminister berufen hat. Dass sein Vorgänger aus dem Amt geschmissen wurde, weil er nach seinen unflätigen Pöbeleien gegen Vladimir Putin (Samstag,14.6.) am Rande des Angriffs auf die russische Botschaft untragbar geworden ist, wird von der ARD ebenfalls geflissentlich verschwiegen. Die deutschen Zuschauer sollen offensichtlich nicht wissen, mit was für Leuten sich die EU in Kiew abgibt.

Die Tagesthemen senden den nahezu wortgleichen 30-Sekunden-Bericht der Tagesschau.

Freitag 20.6:

Tagesschau 20.6Erneut wird Poroschenko in Tagesschau und Tagesthemen als Friedensengel präsentiert. Nach Tagen der Vorankündigungen, die Poroschenko in den Augen der Zuschauer als Mensch guten Willens darstellen sollten, wird nun eine „Waffenruhe“ angeordnet, die keine ist. Wohlgemerkt wurden in der ganzen Zeit Menschen getötet und Häuser in Schutt und Asche gelegt! Davon bekam der deutsche Zuschauer aber bis zu diesem Zeitpunkt so gut wie nichts zu sehen.

Tagesschau1 20.6Seit langer Zeit werden erstmalig wieder wenige Sekunden Kriegsfolgen gezeigt. Selbstverständlich keine Toten und Verletzten, lediglich ein oder zwei beschädigte Häuser werden für exakt 11 Sekunden eingeblendet. Dazu Poroschenkos ARD-Pressesprecherin Golinah Atai:“In den vergangenen Tagen tobten heftige Kämpfe an der Grenze zu Russland. Nach Angaben der Regierung wurden 7 Soldaten und bis zu 300 Separatisten getötet….Heute tauchten Bilder von Panzern und Militärgerät auf, die angeblich aus Russland über die Grenze gekommen sein sollen, so die ukrainische Regierung. Teilweise präsentierte sie dafür Belege.“ Was das für Belege sein sollen, erfährt der Zuschauer selbstverständlich nicht.

Die Tagesthemen begnügen sich in einem 25 Sekunden-Bericht mit der erneuten Präsentation Poroschenkos als Friedensengel, der gekommen ist, dem Land eine Waffenruhe zu bescheren. Ganz einseitig und selbstlos – versteht sich.

Samstag 21.6:

Tagesschau 21.6Samstag setzt sich die Kriegslüge vom Friedenspräsidenten fort. Natürlich sind es die Separatisten und Russland, die den „Friedensplan“ des ukrainischen Präsidenten hintertreiben. Judith Rakers entblödet sich in der Tagesschau nicht, es so darzustellen, als hätte sich Russland bisher jeglichen Friedensbemühungen entzogen:

„Der Ukraine-Konflikt schwelt auch nach der einseitig von Kiew ausgerufenen Waffenruhe weiter...Inzwischen unterstützt Russland die Bemühungen um eine Feuerpause….Russland hatte zuvor seine Truppen in volle Gefechtsbereitschaft versetzt….“

Tagesthemen: „Die Lage in der Ukraine bleibt explosiv. Auch nach der einseitig von Kiew ausgerufenen Waffenruhe werden aus dem Osten des Landes Kämpfe zwischen Armee und pro-russischen Separatisten gemeldet. Der Kreml teilte mit: Präsident Putin unterstütze nun die Bemühungen um eine Feuerpause.“

Dass nicht nur die sogenannte „Armee“ die Waffenruhe missachtet, sondern auf Kiews Seite auch Milizen des Rechten Sektors und bezahlte Söldner des Oligarchen Igor Kolomojski kämpfen, wird in der ARD-Propaganda totgeschwiegen. Verharmlosend und verzerrend heißt es: „es werden Kämpfe gemeldet„, wenn Städte mit Artillerie beschossen werden.

Auch das eingeflochtene Wörtchen „nun“ im letzten Satz ist eine Lüge und lupenreine Propaganda. „Nun“ soll den Eindruck erwecken, Putin hätte bisher keine Feuerpause unterstützt. Tatsächlich hat Putin das Wort „nun“ überhaupt nicht benutzt und der Kreml hat es auch so, wie die ARD behauptet, gar nicht veröffentlicht. Was Putin tatsächlich gesagt hat, kann man bei Itar-Tass nachlesen.

Sonntag 22.6:

Am Sonntag kann auch die ARD-Propaganda nicht anders, als über Putins Drängen auf ein Schweigen der Waffen und auf Verhandlungen, zu berichten. Der notorische Lügner Lielischkies sieht sich deshalb gezwungen Putins offensichtlich wenig kriegerische Haltung durch eine durch nichts belegte Denunziation zu konterkarieren:

Tagesschau 22.6„Der russische Präsident fordert mit Nachdruck ein Ende der Kämpfe. Doch gleichzeitig befürchten westliche Militärs, dass Russland die Übergabe von Panzern und Artillerie an die Separatisten vorbereitet.“

Es gibt also nach wie vor – und das seit Monaten – nicht den geringsten Beweis, dass Russland Waffen an die Separatisten liefert. Das hält die Lügner und bezahlten Propagandisten der westlichen Medien nicht im geringsten davon ab, dieses Mär notorisch zu verbreiten, um Russland zu diffamieren.

Die Tagesthemen berichten tatsächlich wieder einmal über Flüchtlinge!

Tagesschau1 22.6Natürlich wieder nicht über Flüchtlinge, die nach Russland fliehen, denn das ist ja nur Propaganda, wie uns die Tagesthemen bereits weismachen wollte. Flüchtlinge, die vor dem Angriff der Kiewer Junta und ihrer Milizen fliehen, kommen bis heute in der ARD-Propaganda nicht vor. Statt dessen folgt ein erneuter Bericht über Flüchtlinge, die dem Maidan nahestehen. Ihnen wird reichlich Zeit eingeräumt, die angeblichen Missetaten der Separatisten zu beklagen. Die Flüchtlingsströme, die man auf Videos russischer Medien sehen kann, die von ukrainischen Granaten beschossen und getötet werden, werden den deutschen Zuschauern gezielt vorenthalten, denn Mord und Vertreibung dieser Menschen geschieht mit Billigung und auf Drängen des Westens.

Fazit:

Wir haben hier wiedermal eine Woche kompletter Verdrehung der Tatsachen. Der kriegführende Präsident wird über eine ganze Woche als Friedensstifter präsentiert. Es wird gerade so getan, als wären Ostukrainer in Kiew einmarschiert und würden dort mit Unterstützung Russlands Krieg führen und nicht genau umgekehrt. Sämtliche Nachrichten, die den deutschen Zuschauer in der Ansicht verstören könnte, der Westen sei auf der Seite der „Guten“, werden gefiltert oder konterkariert. Es werden Lügen verbreitet und wichtige Informationen verschwiegen. Tote und Verletzte kommen allenfalls in Nebensätzen vor. Bilder von beschossenen Flüchtlingen werden genauso wenig gezeigt, wie Demonstranten, die gegen den Krieg des Westens in der Ukraine demonstrieren. Über tote russische Journalisten wird kein Wort verloren, während man ausgiebig über gefangen genommene westliche Journalisten oder OSZE-Spione berichtete. Von den groß angekündigten Fluchtkorridoren ist nichts verwirklicht – auch das wird totgeschwiegen, während man andererseits haltlose Unterstellungen benutzt, um Äusserungen Putins zu relativieren, wenn dieser Frieden und Verhandlungen fordert.

Tatsache ist: Die vom Westen installierte Junta führt einen Krieg gegen eine Bevölkerungsgruppe, die den militanten Putsch einer Minderheit nicht akzeptieren will. Diese Bevölkerungsgruppe soll mit Gewalt unterdrückt und unter die Knute des westlich unterstützten Regimes in Kiew gezwungen werden.

Tatsache ist auch: Würde der Westen Poroschenko auffordern, den Krieg zu beenden und diese Forderung mit Drohungen von Sanktionen untermauern, dann wäre der Krieg in der Ostukraine am selben Tag beendet. Diese „Alternative“ wird aber von der Propaganda nicht einmal als denkbar in Erwägung gezogen. Statt die eigene Schuld am Morden zu beleuchten, wird mit dem Finger auf die Separatisten und Russland gezeigt.

Diese Tatsachen werden gezielt verschwiegen und verzerrt, um einen Krieg zu verharmlosen und unter dem Teppich zu halten, der vom Westen vorangetrieben wurde, um ein durch einen Putsch installiertes Regime an der Macht zu halten.

Was wir bei der ARD eine weitere Woche lang gesehen haben, ist lupenreine Kriegspropaganda.