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Junge-WeltDie „junge Welt“ veröffentlicht ein Interview mit einem Redakteur der „Deutschen Welle“ der aus so verständlichen, wie bezeichnenden Gründen anonym bleiben möchte. Er beschreibt, wie das System der herrschaftlichen Propaganda und Hofberichterstattung funktioniert:

„Aktuell ist z.B. die Vorgabe, den Begriff »Referendum« – gemeint ist die Abstimmung in der Ostukraine – immer in Anführungszeichen zu schreiben oder mit dem Zusatz »illegal« oder »sogenannt«. Dieser unsinnige Eingriff in unser journalistisches Vokabular ist ein Beispiel für direkte Zensur. Im Duden wird das Wort »Referendum« als Volksentscheid über eine bestimmte Frage definiert – dieser Terminus ist also weder positiv noch negativ besetzt.

… in diesem wie in anderen Fällen wird das offizielle Vokabular des Kanzleramts übernommen. Erst wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Begriff »sogenannte Kiewer Regierung« verwendet, werden Sie ihn auch im DW-Programm finden. Momentan wird höchstens erwähnt, daß es sich um eine »Übergangsregierung« handelt.

Die DW ist sehr hierarchisch strukturiert. Der Chefredakteur konferiert täglich mit den Hauptabteilungsleitern, die geben die Vorgaben an die Abteilungsleiter weiter, die sie wiederum an die einzelnen Redakteure durchreichen. Die Sprachregelung zum ostukrainischen Referendum kam von Chefredakteur Alexander Kudascheff. Ich kann mir kaum vorstellen, daß er das nicht mit dem neuen Intendanten Peter Limbourg abgesprochen hat.“(LINK)

Deutsche_Welle_LogoDie „Deutsche Welle“ ist für deutsche Propaganda im Ausland zuständig und nicht zu verwechseln mit dem DLF. Sie ist Teil der ARD, wird aber ganz schamlos durch Steuern und Werbung finanziert. Den Anschein der staatlichen Unabhängigkeit muss man sich offenbar gar nicht erst geben, wenn man einen Regierungsfunk für das Ausland betreibt.