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Das ist zweifellos ein bemerkenswerter Vorgang! Die tagesschau interviewte am Montag FDP-Mann Alexander Graf Lambsdorff zur Gefangennahme der deutschen Bundeswehr-Offiziere in Slawjansk und schneidet ihm gnadenlos das Wort ab, als er inhaltlich zur Sache kommt. Wer wissen will, was Lambsdorff sagen wollte, musste das Morgenmagazin gesehen haben. Wir dokumentieren den ganzen Fall:
Montag Abend, 20.00 Uhr tagesschau:
Sprecherin:“Kritik kam dagegen aus der Opposition. Die Öffentlichkeit sei über die Entsendung der deutschen Militärbeobachter nicht informiert worden und…
Lambsdorff: „Das ist eine Mission, der Russland NICHT zugestimmt hat. Es ist NICHT die große OSZE-Beobachtermission, von der ständig die Rede ist, sondern das ist eine ganz andere Mission…“ | SCHNITT
Mehr durfte Lambsdorff nicht sagen. Um was für eine Mission es sich tatsächlich handelt geht den Zuschauer offenbar nichts an.
Im Morgenmagazin konnte man ihm das Wort nicht so einfach abschneiden. Dort erklärte Lambsdorff die Hintergründe korrekt:
Frage: „Herr Lambsdorff, deutsche Militärbeobachter als Geiseln, als Faustpfand pro-russischer Gruppen….Wer trägt dafür eigentlich die Verantwortung?“
Lambsdorff:„Also in allererster Linie natürlich die Kräfte, die die deutschen Beobachter festgesetzt haben. In zweiter Linie muss man sagen Russland, denn Russland beeinflusst diese Kräfte, aber, das muss man auch sagen: das sind keine OSZE-Beobachter, die in der großen Mission sind, sondern die sind ganz gesondert auf Anweisung aus dem Bundesverteidigungsministerium dorthin geschickt worden. In eine sehr riskante Situation, wie ich finde. Also auch die Bundesregierung muss sich fragen, ob sie eine gewisse Mitverantwortung trägt.“
Frage:„Also sie sehen das kritisch, dass man die überhaupt hat losziehen lassen. Das ist ein Vorwurf an die Bundesregierung.“
Lambsdorff: „Die sind dort auf der Grundlage des sogenannten Wiener Dokuments. Das ist dafür da, um Manöver zu prüfen. Dass also nicht andere Regierungen nervös werden, wenn es irgendwo ein Militärmanöver gibt. In Spannungssituationen ist das eher ungewöhnlich, dass man Militärbeobachter dorthin schickt. Das sind also nicht diese großen Beobachtermissionen, denen Russland zugestimmt hat. Die sind dort ohne Zustimmung Russlands und das macht die Sache riskanter. Ich finde, die Öffentlichkeit hätte darüber informiert werden müssen.“
Frage: „….Diese feine Unterscheidung, die vielen gar nicht klar ist: also das ist nicht die OSZE-Mission, das sind von der Bundeswehr entsandte Militärbeobachter?“
Lambsdorff: „Richtig und ich finde, das hätte Frau von der Leyen auch klar sagen müssen, dass es sich eben um andere handelt – auch Herr Steinmeier – die tragen die Verantwortung für diese Leute …“
Natürlich ist Lambsdorff hier im Wahlkampf. Wäre er an der Regierung beteiligt – oder seine Partei überhaupt nur im Reichstag – würde er sich diese richtige Bewertung der Hintergründe und den Verweis auf die Verantwortung der Regierung für diesen Skandal verkneifen. Dass die tagesschau ihm zur besten Sendezeit – unter dem Zwang doch auch einmal eine oppositionelle Stimme zu senden – kurzzeitig das Wort einräumt, ihm dann aber, als er zur Sache kommt, das Wort abschneidet, beweist einmal mehr die propagandistische Ausrichtung dieses Staatssenders.


Tja, können Frauen lügen? Aber deine Beobachtung ist richtig. Mir fällt auf, dass es gerade in den Informationssendungen sehr viele türkischstämmige (?) Moderatorinnen gibt, die sehr eifrig und mit Emphase genau das verkünden, was gewünscht wird, sei es in der ARD oder auf Phoenix. Sozusagen mit Schirm, Charme und Kanone.
Nein, das hat Karl-Eduard von Schnitzler nicht so gemacht, der hat Ausschnitte aus Sendern des Westfernsehens gezeigt. Da konnte er niemandem das Wort abschneiden, das taten die Westjournalisten selbst.
Und du fragst, „wo sie noch bei ganz anderen Themen kontrolliert informieren“.
Wäre fabelhaft, wenn du dich selbst mal befragst, wo du unkontrolliert Informationen übernommen hast.
Apropos, unkontrolliert Informationen übernehmen. Mir fällt leider auf, dass sich Männer anscheinend immer mehr von diesem Lügensystem verabschieden. Mehr und mehr tauchen Frauen als Moderatoren, als Berichterstatter usw. auf, die die Öffentlich Rechtlichen Anstalten immer noch wegen deren Seifenopern und ähnlichen tränenreichen Ergussfilmen abgöttisch lieben. Tut mir leid, das sagen zu müssen.
Karl-Eduard von Schnitzler hatte es in der DDR auch so gemacht, einfach ausgeblendet, was nicht konform war. Unsere großen demokratischen Sender haben es dieser Tage auch ’nötig‘ zu solchen Mitteln zu greifen. Pfui Teufel kann ich da nur sagen. Für diesen zensierten Kram greifen sie uns via GEZ dann auch noch frech in die Tasche. Wer sich zumindest dieser Tage bezüglich Ukraine diese Sender reinzieht, ist irgendwie selber schuld, finde ich. Ich frage mich, wo sie noch bei ganz anderen Themen kontrolliert desinformieren. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Das sollten sie sich mal merken. Das ist einfach nur arm.
Diese Mission war einzig durch das ‚Wiener Dokument 2011‘ gedeckt, daher keine eigenständige Reaktion der OSZE. Bis heute herrscht keine Klarheit, ob die Verpflichtungen aus dem Dokument überhaupt eingehalten wurden. Die Pressekonferenzen dazu sind eine einzige Farce.
Die Anwendung von Verträgen, die von internationalen Organisationen ausgehandelt wurden und zwischenstaatliche Beziehungen regeln, unterscheidet sich nun mal von den Fällen, in denen eine Organisation selbst exekutiv tätig wird.
Amerikanische DEA-Beamte mutieren noch lange nicht zu UNO-Mitarbeitern, wenn sie ihre Einsätze in Absprache mit Kolumbien nach den Regeln der ‚Single Convention‘ durchführen.
Ebensowenig wird durch den Beschluss 87/327/EWG zu einem EU-Mitarbeiter oder Ministerratsgesandten, wer einen Lehrauftrag im europäischen Ausland im Rahmen einer Erasmus-Gastprofessur annimmt.
Der Herr Graf werden brüskiert – und das von der Tagesschau! Ich lach mich tot.
Aber wenigstens ist erst mal die Hälfte der Wahrheit über den Staatssender gekommen. Vielleicht fragt sich da doch mal jemand, wie Lambsdorffs Rede hätte weitergehen müssen oder können. Aber wer es bis jetzt noch nicht wusste, wird Lambsdorff auch nicht die erste Hälfte seiner Rede abnehmen.