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Mittwoch haben wir hier über einen Bericht der Kyiv-Post geschrieben, der – mit Berufung auf den ukrainischen Geheimdienst SBU – den Verdacht in die Welt setzte, Russland würde False-Flag-Massaker planen, um dann einen Vorwand für einen Einmarsch in die Ostukraine zu haben. Heute scheint sich die Befürchtung zu bewahrheiten, dass es sich nicht nur um Propaganda handelte, sondern tatsächlich um die Vorbereitung eines (oder mehrerer) Verbrechen:

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tagesschau: Ein Mitglied der pro-russischen Milizen teilte mit, die Schießerei habe sich an einer Straßensperre ereignet. Dabei seien drei pro-russische Kämpfer und einer der Angreifer getötet worden. Das russische Staatsfernsehen berichtet, dass zwei der Angreifer gestorben seien. Wer die Angreifer waren, ist nicht bekannt. Slawjansk wird von Separatisten kontrolliert.(LINK)

tagesschau: Wer steckt hinter den Schüssen von Slawjansk?
Nach der Schießerei im Osten der Ukraine, bei der mindestens ein Mensch getötet wurde, hat das russische Außenministerium der Ukraine die Schuld an der Eskalation gegeben. Bei dem Schusswechsel in Slawjansk seien „unschuldige friedliche Menschen“ um Leben gekommen. Verantwortlich dafür sei die ultranationalistische Gruppierung Rechter Sektor.
 Als Beweis für deren Schuld an der Schießerei nannte das russische Außenministerium gefundene Symbole der Organisation. Diese seien bei einigen überwältigten Angreifern in Slawjansk sichergestellt worden. Das zeige vor allem eines, so Moskau: Die neuen Machthaber in Kiew hätten kein Interesse daran, die Genfer Beschlüsse umzusetzen und den Rechten Sektor zu entwaffnen. Dies war unter anderem in der Vereinbarung festgeschrieben worden.
Rechter Sektor beschuldigt Moskau
Die Beschuldigten reagierten empört. Der Rechte Sektor sei nicht an dem Angriff beteiligt gewesen. Vielmehr hätten Spezialkräfte aus Moskau die Schießerei begonnen.
(LINK)

Russia Today berichtet ausführlicher und zeigt ein Video der sichergestellten Beweise. Darunter sind Waffen, Ausweise, Google-Earth-Satellitenbilder, druckfrische Dollarnoten, Plaketten und Visitenkarten des „Rechten Sektors“. Informationen, die uns die deutschen Medien bisher vorenthalten.

slawjanskkillingNach Darstellung von RT haben die Angreifer auf die nur mit Knüppeln bewaffneten Wachposten an der Straßensperre unvermittelt geschossen und konnten zurückgeschlagen werden, als bewaffnete Unterstützung hinzukam. Die Deutung dieses Ereignisses ist zweifellos von globaler Bedeutung.

slawjanskkilling6Handelt es sich um eine Inszenierung der Russen, eine sogenannte False-Flag-Aktion, um eine Invasion der Russen in der Ostukraine zu rechtfertigen? Handelt es sich vielleicht doch um eine fingierte False-Flag-Aktion, also eine False-False-Flag-Aktion, um Russland zu diskreditieren und zu einer Reaktion zu provozieren? slawjanskkilling3Oder ist es ein bedeutungsloses Scharmützel, wie es in der angespannten Situation eben passieren kann?

Vieles spricht für eine False-False-Flag-Aktion oder ein ungeplantes Scharmützel. Die sichergestellten Beweise, slawjanskkilling1insbesondere die Identität des toten Angreifers können überprüft werden. Die Vorstellung Russland würde eigene Leute mit solchen gefakten Beweisen losschicken, um dann einen Überfall zu inszenieren, ist ausgesprochen abwegig.

slawjanskkilling5Man hätte Mitglieder des rechten Sektors entführen und dann vor Ort erschiessen oder ablegen müssen. In einem Roman oder Spielfilm-Thriller mag das plausibel darstellbar sein, aber die Realität sieht doch ein bißchen anders aus.

slawjanskkilling2Zudem stellt sich die Frage nach dem Motiv. Will Russland tatsächlich in die Ukraine einmarschieren, wie der Westen es behauptet? Das ist ja das in der Kyiv-Post vorgetragene Argument. Aber ist das plausibel?

slawjanskkilling4Man kann wohl ausschliessen, dass Putin tatsächlich einen solchen militärischen Einsatz in Erwägung zieht, weil dies einen Bürgerkrieg an seiner Haustür heraufbeschwören würde, in dem die USA und andere NATO-Staaten möglicherweise in die Westukraine einmarschieren, mindestens aber die rechten Milizen militärisch aufrüsten und unterstützen, wie sie das mit den Terroristen in Syrien tun. Parallel würde man die Opposition in Moskau aufwiegeln und harte Wirtschaftssanktionen durchdrücken, um Russland auch in der Heimat zu destabilisieren.

All das weiss Putin genau und er wird sich auf ein solches Abenteuer sicher nicht einlassen.