Schlagwörter

, , , , ,

wdr5Der Tag beginnt im wdr5-Morgenecho mit einseitiger Kriegshetze im Sinne von EU und NATO. Als erstes bekommt Bertelsmann Brandstifter Elmar Brok (CDU, EVP, KAS) Gelegenheit, seine antirussische Propaganda zu verbreiten und fordert weitere Sanktionen. Es folgt ein Interview mit dem staatlich bezahlten transatlantischen Propagandist Markus Kaim, der im Auftrag von SWP und German Marshall Fund in führender Position ein Strategiepapier entworfen hat, das die zunehmende Militarisierung und Imperialisierung deutscher Aussenpolitik zum Ziel hat.

Nach Kaim bekommt im obligatorischen Blick zum Hegemon in Washington, der republikanische US-Scharfmacher und Kriegshetzer McCain das Wort, der ganz schamlos Waffenlieferungen an das ukrainische Regime fordern darf. Die offensichtliche Doppelmoral dahinter wird von den WDR-„Journalisten“ in keinster Weise hinterfragt.

So darf dann auch als nächstes Samantha Power ohne jede Belege von russischem Einfluss auf die Ereignisse in der Ostukraine schwadronieren. Auch diese Doppelmoral, dass Vertreter des US-Regimes sich in Kiew die Klinke in die Hand geben (Samstag war CIA-Chef Brennan in Kiew, was in der deutschen Propaganda totgeschwiegen wird) während man gleichzeitig ohne jeden Beweis russischen Einfluss in der Ostukraine anprangert, entlarvt die einseitige Desinformation des deutschen Staatsfunks.

Da wird schamlos behauptet Russland würde die Ukraine destabilisieren, während es tatsächlich der Westen war, der die demokratisch gewählte Regierung mit Hilfe faschistischer Extremisten gewaltsam gestürzt hat.

wdr5tageshetzeDie Kriegshetze setzt sich im Tagesgespräch fort. Schon das gewählte Bild zeigt, wohin die Richtung geht. Statt eine der ungezählten friedlichen Demonstrationen zu zeigen, werden Bewaffnete präsentiert. Haben die Staatsmedien in den Wochen der Maidanproteste die Militanz der Demonstranten nahezu totgeschwiegen, wird nun – beim Blick in die Ostukraine – das gegenteilige Bild produziert.

Studiogast Gerhard Simon, Professor für osteuropäische Geschichte an der Universität zu Köln, ist Mitunterzeichner eines Pamphlets der Boell-Stiftung, in dem schamlos dazu aufgerufen wurde, die Rechtsextremisten innerhalb der Maidan-Bewegung totzuschweigen. Diese erbärmliche Ansicht zur Meinungs- und Pressefreiheit ist offensichtlich genau die richtige Qualifikation, um im Staatsfunk westliche Hetze zu verbreiten. Im Januar hatte Simon noch im DLF den Protest auf dem Maidan als legitime Revolution bezeichnet. Dass er den Protest in der Ostukraine gegen die Faschisten in Kiew als ebenfalls legitimen Protest ansieht, darf man getrost bezweifeln.

Update zum WDR5-Tagesgespräch:

gerhardsimon

23.2.2014 Simon in den Tagesthemen: Krimabspaltung ist „unrealistisches Szenario“ – KLICK! –

Zunächst einmal muss klargestellt werden, dass Gerhard Simon gar keinen Doktor-Titel hat, wie es die WDR5-Homepage zum Tagesgespräch fälschlich behauptet. Ob der Mann ein Hochstapler ist oder die Redaktion ihm einen falschen Doktor verliehen hat, um ihn seriöser erscheinen zu lassen, sei dahingestellt.

Wie bereits gesagt, taucht Simon in den Staatsmedien des Öfteren als „Experte“ auf und was er da an Unsinn von sich gibt, wollen wir mal etwas genauer unter die Lupe nehmen. Ein Klick auf das Bild rechts oben führt zu einem kurzen Tagesthemen-Interview vom 23.2.2014, in welchem „Experte“ Simon eine Krim-Abspaltung als „unrealistisches Szenario“ bezeichnete!

Wir wollen aber zunächst das Geschwätz von Simon aus dem Januar betrachten, also noch vor Janukowitschs Sturz. Am 27.1.2014 sendete der DLF eine „Kontrovers“-Ausgabe bei der Zuschauer Fragen an „Experten“ stellen konnten. Eingeladen waren gleich 3 Vertreter westlicher EU- und NATO-affiner Propaganda. Katja Petrowskaja übernimmt den Part der „Intellektuellen“, die so gerne in die EU möchte und „für alle Ukrainer“ spricht. Sie war in den letzten Wochen genauso Stammgast in der Staatspropaganda, wie der Berufsrussenhasser und „Opfer der DDR-Diktatur“ Werner Schulz. Der DLF hatte Gerhard Simon ebenfalls einen Doktor verliehen. Glückwunsch!

  • Katja Petrowskaja, Schriftstellerin aus der Ukraine;  lebt in Berlin
  • Werner Schulz, MdEP B90/Grüne;
  • Dr. Gerhard Simon, Professor für osteuropäische Geschichte an der Universität Köln  

Aus dem Gespräch (Download;mp3) dokumentieren wir hier einige Passagen Simons. Wichtig ist, zu bedenken, dass es vor dem Putsch stattfand – als also der Kampf um den Maidan noch in vollem Gange war. Das ist deshalb wichtig, weil die Doppelmoral und Verlogenheit der Protagonisten jetzt besonders deutlich hervortritt, weil sich im Osten der Ukraine Vergleichbares ereignet (Demonstrationen, gewaltsamer Sturm auf Verwaltungsgebäude, Absetzung gewählter Organe etc.)

13:00min
Frage: Manche fragen ja jetzt auch, weshalb sollte eigentlich ein demokratisch gewählter Präsident, eine gewählte Regierung, dem Druck und teilweise der Gewalt der Straße jetzt nachgeben?

Simon: Naja, mit den gewählten Präsidenten haben wir ja in der deutschen Geschichte auch so unsere Erfahrungen. Adolf Hitler ist auf demokratische Weise Kanzler des deutschen Reiches geworden. Das hat Deutschland keineswegs davor geschützt in einer Diktatur, in ein totalitäres Regime abzugleiten….

[Was für ein Argument! Merkel ist genauso gewählt worden, oder nicht? Fällt dem Dummschwätzer Simon dazu auch ein Hitlervergleich ein? Hat Janukowitsch auch nur irgendetwas gesagt oder getan, was man mit ein bisschen kranker Fantasie in die Nähe eines totalitären Regimes rücken könnte? Selbstverständlich nicht! Tatsächlich ist es doch wohl offensichtlich so, dass hier auf der Seite der Demonstranten nationalistische, militante und teils faschistoide Elemente unterwegs sind. Ausgerechnet Janukowitsch mit einer Nazi-Analogie zu kommen ist so unfassbar dämlich, dass es einem die Sprache verschlägt.]

Frage: Das heißt sie betrachten den Protest – auch in der Gestalt, wie wir ihn gerade sehen – als legitim?

Simon: Der Protest ist ohne Zweifel legitim. Inzwischen ist – glaube ich – mit dem Wort Protest gar nicht mehr äh das ist gar nicht mehr angemessen. Es geht nicht nur um Protest, es geht inzwischen um revolutionäre Aktionen. Das Wort Revolution ist ja auch von der Protestbewegung selbst benutzt worden. Und wenn eine Protestbewegung die gegenwärtige Macht nicht mehr anerkennt und die Menschen dazu auffordert, selbst die Macht in die Hand zu nehmen – und das tut die Protestbewegung inzwischen – so nennen wir das konventionellerweise revolutionäre Aktion.

[Aha! Und diese revolutionäre Aktion, dieser militante Ansturm auf ein demokratisch gewähltes Organ des Staates ist in den Augen des „Professors“ also legitim! Man muss nochmal daran erinnern: In Kiew waren höchstens mal Hunderttausend oder wenn wir großzügig sind Zweihunderttausend Menschen auf dem Maidan, von denen ein Großteil der „Kämpfer“ mit deutschen Bussen aus der Westukraine „herangekarrt“ wurde. Kiew ist eine Millionenstadt. Für den deutschen Professor Simon ist es dennoch legitim, wenn so eine Minderheit eine demokratisch gewählte Regierung gewaltsam aus dem Amt treibt. Das merken wir uns für später, wenn wir den Sturm auf die Verwaltungen in der Ostukraine betrachten.]

37:25min
Simon: Eins muss klar sein: Diejenigen, die den Protest tragen, sind die Menschen aus der Zentralukraine und aus der westlichen Ukraine, die sich nach Westen orientieren. Es ist aber nicht so, dass es demgegenüber sozusagen spiegelbildlich eine Mobilisierung im Osten gäbe, die auf Russland gerichtet ist [Petrowskaja: Das ist ganz wichtig!] Im Osten gibt es Passivität, es gibt Nicht-Mitmachen, es gibt auch gewisse Distanz vom Maidan. Aber es wäre ganz falsch – und das ist wichtig für die Gesamtbeurteilung der Situation – es gibt nicht die gleiche sozusagen Anti-Mobilisierung im Osten der Ukraine.

[Soso! Dass im Osten auch damals schon FÜR die Regierung protestiert wurde verschweigt der Herr Simon geflissentlich – oder hat keine Ahnung. Dass Oligarchen wie Achmetow ihren Leuten mit Entlassung gedroht haben, wenn sie demonstrieren gehen, weiss der „Experte“ nicht oder verschweigt es ebenfalls. Dass es mit der angeblichen Passivität nun vorbei ist, ist ihm hoffentlich aufgefallen…dem „Professor“.]

1:04:40min
Simon: Der Konflikt, wie er da heute besteht, hat wesentlich die Regierung [Janukowitsch] zu verantworten. …Der jetzige Konflikt hat sich so zugespitzt, dadurch, dass die Regierung über Monate hin sich nicht bewegt hat und nicht in der Lage war und nicht bereit war, auf die Protest einzugehen. Wenn im Dezember die jetzige Regierung auf die Proteste eingegangen wäre, dann hätten sich sicherlich Kompromissmöglichkeiten gefunden. Stattdessen hat die Regierung die Lage ständig nur durch neue Repressionen verschärft.

Atemberaubend, nicht? Exakt die gleiche Argumentation hören wir heute aus der Ostukraine! Weil die Putschisten es nicht geschafft haben (und es gar nicht wolllten), den Osten einzubinden, gehen die Leute dort jetzt gegen die Putschregierung bzw. ihre Gebietsverwaltungen vor.

Wie gesagt: das war ein Rückblick auf das Interview im Januar.

Heute sas der „Experte“ Simon im WDR5-Staatsfunk und sollte auf Zuschauerfragen die komplett geänderte Lage in der Ukraine erklären. Den Podcast kann man sich hier herunterladen. Die Krim gehört wie wir wissen mittlerweile zu Russland und von „Passivität“ in der Ostukraine kann jetzt nicht mal mehr der größte Vollidiot faseln, der vom WDR als Experte angepriesen wird.

8:57min
Simon: Es ist doch kein Zweifel daran, dass das, was da seit gestern passiert, eine schleichende militärische Intervention Russlands in der Ostukraine ist. Das was wir also auf der Krim erlebt haben vor ein paar Wochen, das vollzieht sich jetzt in der östlichen Ukraine. Wie weit das geht, weiss ich nicht, aber es sind ja dutzende Fälle, vielleicht sogar hunderte von Soldaten der russischen Spezialeinheiten tätig – und zwar sehr aktiv im Osten der Ukraine.

[„Hunderte russische Spezialeinheiten“ operieren also in der Ostukraine, glaubt man dem „Experten“ Simon. Dafür hat er natürlich keinerlei Beweise. Die Staatsmedien haben keine Beweise, die CIA hat keine, aber das hindert den Dummschwätzer offensichtlich nicht daran derlei Dinge zu behaupten. Ob Simons Geschwätz typisch für das wissenschaftliche Arbeiten an der Uni Köln ist? Hoffentlich nicht. Für Kriegspropaganda im Staatsfunk reicht es aber allemal.]

11:35min
Simon: Irgendwelche militärischen Aktionen von westlicher Seite wird es nicht geben. Die NATO wird sich in keiner Weise militärisch aufstellen und an der Schraube der Eskalation drehen… Dass der Westen miltärisch sich engagiert, das braucht man nicht zu unterstellen.

[Wenn DER das sagt, muss man mittlerweile davon ausgehen, dass das Gegenteil der Fall ist und tatsächlich dreht die NATO auch längst an der Schraube, etwa indem sie Kampfflugzeuge ins Baltikum beordert. Kriegstreiber McCain durfte heute morgen sogar Waffenlieferungen fordern, im Juli sind NATO-Manöver in der Ukraine geplant  und es ist mehr als wahrscheinlich, dass CIA-Topterrorist Brennan am Samstag auch nicht nur mit leeren Händen und neuen Befehlen in Kiew eingeflogen ist.]

14:20min
Simon: Das ist natürlich eine ganz wichtige Frage: Was wollen die Menschen im Osten eigentlich? Diejenigen, die da jetzt seit Wochen am Sonntag zu Demos gehen, diejenigen, die mithelfen Polizeistationen zu besetzen, Verwaltungsgebäude zu besetzen und damit sozusagen die normale Staatsverwaltung da im Lande lahmlegen. Manche gehen auf die Straße und rufen „Wir wollen ein Referendum!“ andere rufen „Wir wollen zu Russland!“. Wer ist das eigentlich? Wie groß ist eigentlich der Prozentanteil der Menschen, die das rufen und die da zu den Demos gehen? …. Was wir da sehen – und was uns da vor allem das russische Fernsehen vorführt – ist die Aktivierung, die Mobilisierung einer Minderheit in diesen Regionen und diese Bewegng wird angeheizt von aussen.

[HIER erinnern wir uns an das Siomonsche Geschwätz aus dem Januar! Was war das denn anderes, als die Mobilisierung einer Minderheit, was wir zuvor in Kiew gesehen haben? Wir sehen in der Ostukraine jetzt – mit Abstrichen – die gleichen Vorgänge wie zuvor in Kiew. Man muss doch wohl feststellen, dass sich die Leute die Vorgehensweise geradezu abgeguckt haben, wenn sie in den vergangenen Tagen mit Helmen und Waffen in die Verwaltungen stürmen und das Regiment übernehmen. Was die da machen nennt man „konventionellerweise revolutionäre Aktion„, nicht wahr? Ist doch vollkommen legitim.]

23:58min
Simon: Selbst der abgesetzte Präsident – solange er jedenfalls Präsident war – hat nicht für die Abspaltung des Ostens votiert. Jetzt wo er nun im Asyl in Russland sitzt, da redet er allerdings anders, weil er da offensichtlich einen Herrn hat, der ihm sagt, was er sagen soll.

[Hier verbreitet Dummschwätzer Simon im zweiten Satz eine glatte Lüge! Janukowitsch hat in den letzten Tagen mehrfach vor einem Zerfall des Landes gewarnt und er hat klargestellt, dass es die Abspaltung der Krim unter seiner Regierung nicht gegeben hätte, dass er sich sogar eine Rückkehr der Krim zur Ukraine wünscht.

Im Folgenden stottert sich der „Experte“ Simon seine Legalisierung des Putsches in Kiew zurecht:]

31:39
Simon: Janukowitsch ist in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar aus Kiew verschwunden, ohne irgend jemandem zu sagen, wohin er geht, ohne ne Handynummer zu hinterlassen. Niemand wusste wo er war. Für mehrere Tage war er verschwunden, dann tauchte er in Russland auf. Daraufhin hat das Parlament in Kiew, ein demokratisch legitimiertes Organ, erklärt: Der Präsident ist verschwunden und ist nicht handlungsfähig. Der Präsident hat damit seine Kompetenzen verloren und es wird ein Übergangspräsident eingesetzt. Und jetzt kommt das Entscheidende: Diese Beschlüsse des Parlamentes zur Einsetzung eines Übergangspräsidenten sind mit einer Zweidrittel-Mehrheit gefällt worden….des gewählten Parlamentes in dem bis dahin der verschwundene Präsident Janukowitsch eine klare Mehrheit hatte. Das heißt: es ist vollständig gekippt, das Parlament, das zunächst hinter Janukowitsch stand ist gekippt und hat sich mit der Opposition solidarisiert, die einen Übergangspräsidenten, nämlich den Herrn Turtschinow bestimmt haben. Insofern ist eine klare, deutliche demokratische Legitimierung vorhanden, für diese Übergangsregierung, die ja von vorneherein gesagt hat: das ist nur ein Übergang, Ende Mai wird gewählt und dann soll der Wähler entscheiden.

[Das ist natürlich – so wie es dargestellt ist – vollkommener Bullshit und man muss schon ziemlich einen an der Klatsche haben, wenn man meint, Janukowitsch sei einfach so verschwunden „ohne ne Handynummer zu hinterlassen„. Der Mann ist geflüchtet, weil ein militanter Mob ihn mit Gewalt aus dem Amt jagen und ganz sicher den Prozess machen wollte – am besten mit einem Swoboda-Faschisten als Generalstaatsanwalt. Selbst der Spiegel hat in einem „Faktencheck“ klargestellt, dass der neue „Übergangspräsident“ NICHT legitim ins Amt gekommen ist.]

34:55min
Simon: Es soll die jetzige Regierung in Kiew gestürzt werden und es soll eine Regierung dort installiert werden, die pro-russisch ist, die mindestens indirekt von Moskau aus gelenkt werden kann. Eine Regierung also, die so ähnlich wie Janukowitsch – natürlich nicht identisch ist mit Putin – aber doch in den großen Fragen auf russischem Kurs fährt.

[Und DAS, was Simon hier beschreibt, ist exakt das, was in Kiew bereits abgelaufen ist. Selbstverständlich unter anderen Vorzeichen, aber seine Unterstellung DAS wäre nun die Absicht Putins ist schon wahrlich rotzfrech.]

Fazit: Ein Tag der Propaganda und Volksverdummung beim WDR. Ausschliesslich EU- und NATO-affine Protagonisten kommen zu Wort. Ein falscher Doktor schwatzt einmal mehr dummes Zeug und vor dem Hintergrund dieser Desinformation wird die Ukraine möglicherweise in einen Bürgerkrieg abgleiten der Europa teuer zu stehen kommen wird und der das Potential hat, die EU zu zertrümmern.