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Wir haben hier bereits darüber berichtet, wie die deutschen Staatsmedien Lügen und Desinformation über die Vorgänge in Venezuela verbreiten, um die dortige Regierung zu diffamieren und die von den USA geschürte Destabilisierung der Regierung Madura zu unterstützen.

Die Parallelen in der Vorgehensweise zu den Vorgängen in der Ukraine sind offenkundig. Eine zwar legitime Regierung, die sich aber nicht der US-Weltdiktatur unterwerfen will, wirtschaftliche Probleme und eine zu allem bereite Opposition, die auch vor Gewalt nicht zurückschreckt, um an die Macht zu kommen.

In Venezuela gibt es neben großen friedlichen Demonstrantionen – für und gegen die Regierung – immer wieder eskalierende Straßenschlachten und ein notorisches Problem mit Straßen-Barrikaden von Oppositionellen, die ganze Viertel von der Aussenwelt abschneiden. An diesen Barrikaden gab es bereits mehrere Tote, darunter mehrheitlich Unbeteiligte oder Sicherheitskräfte, die die Barrikaden abräumen wollten.

Insgesamt werden bisher ca.40 Tote den eskalierenden Auseinandersetzungen zugeordnet. Eine kontinuierlich aktualisierte Liste mit den Hintergründen (soweit bekannt) findet sich hier. Darunter ist der Fall des Wilmer Carballo, der vom BR-Magazin „kontrovers“ als Aufhänger genommen wurde, um sattsam bekannte westliche Agitation zu betreiben, die wir hier im Folgenden analysieren werden.

venezuela_kontrovers

Video (5min)

Zu Beginn wird der Tod des Bassil Alejandro Da Costa präsentiert.

„Am 12.Februar schiessen Sicherheitskräfte auf fliehende Demonstranten. Ein junger Mann wird in den Kopf getroffen und stirbt.“

Was der Bericht verschweigt:

1. Zur selben Zeit, am selben Ort wurde der Regierungsanhänger Juan Montoya von den selben „Sicherheitsleuten“ erschossen.

2. Diese Mitglieder des Geheimdienstes SEBIN waren nicht im Dienst, also mutmaßlich auf eigene Faust unterwegs, um „für Ordnung zu sorgen“.

3. Acht SEBIN-Mitglieder wurden verhaftet und die Untersuchung läuft.

Als nächstes wird der ebenfalls erschossene Wilmer Carballo präsentiert, der als Inhaber eines Restaurants den bessergestellten Gesellschaftskreisen angehörte, die vorwiegend hinter dem Protest stehen, weil sie die Sozialpolitik der Chavisten nicht mittragen wollen. Carballo wurde am Rande eines Protestes in seiner Wohngegend von einer Kugel in den Kopf getroffen, die mutmaßlich von einer Gruppe Motorradfahrer ausging, die laut seiner Familie den Chavisten zugerechnet werden. Die genauen Umstände dieses sinnlosen Todes sind allerdings wohl nicht mehr zu klären.

Nach der Präsentation der zwei Toten kommt der Beitrag des BR zur Anklage:

„Präsident Nicolas Maduro schiebt der Opposition die Schuld zu, spricht von einem Putsch wie 2002. Damals scheiterte ein Staatsstreich gegen seinen Vorgänger, Hugo Chavez [dass dieser Putschversuch von des USA unterstützt wurde, verschweigt der BR selbstverständlich; dann die suggestive Frage], aber kann das neue Menschenrechtsverletzungen entschuldigen?“

Selbstverständlich entschuldigt nichts und niemand Menschenrechtsverletzungen. Aber genau hier zeigt sich wieder die perfide Strategie der Propaganda: Mit gezielten Gesetzesübertretungen, die von wochenlangen Straßenbarrikaden, über Molotov-Cocktails bis zu zu Schusswaffeneinsätzen reichen, wird die legitime Staatsmacht provoziert (und die friedfertige Bevölkerung terrorisiert) um eine Reaktion heraufzubeschwören, die dann in den westlichen Medien als Menschenrechtsverletzung gebrandmarkt wird, um die Regierung international anzuklagen.

Das Propagandawerk des BR schaltet dann von Venezuela nach Deutschland, wo die LINKE in Wiesbaden den venezuelanischen Konsul eingeladen hat, um über die Vorgänge im Land zu berichten. Als der BR direkt neben dem Vortragssaal ein Interview mit Chavez-Kritikern führen will, „gibt es Ärger„, weil – das ist im Video offensichtlich – die Veranstaltung dadurch akustisch gestört wird. Kritiker würden „rausgeworfen“ skandalisiert der BR den Vorgang, der sich in einer differenzierten Gegendarstellung der linken Zeitung „junge Welt“ ganz anders darstellt:

Im Bestreben, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, nahm das Fernsehmagazin »kontrovers« im Bayerischen Rundfunk (BR) am vergangenen Mittwoch neben der Regierung Maduro gleichermaßen die bundesdeutsche Partei Die Linke ins Visier. »Ideologie macht blind«, lautete das Motto, zu dem ein BR-Kamerateam Bilder einer linken Venezuela-Veranstaltung in Wiesbaden liefern sollte. Die in einer sachlichen und kontroversen Diskussion vorgetragenen Argumente wurden im Filmbericht ausgeblendet. Statt dessen wurde der Eindruck vermittelt, drei mit der venezolanischen Opposition sympathisierende Damen seien von den Veranstaltern »rausgeworfen« worden. Wie mehrere Teilnehmer auf jW-Anfrage sagten, hat ein solcher »Rauswurf« nicht stattgefunden. »Sie konnten ausgiebig ihre Meinung äußern. Ihre Behauptungen wurden durch die Wortbeiträge anderer Teilnehmer, darunter auch venezolanische Staatsbürger, mit Zahlen und Fakten eindrucksvoll widerlegt«, erinnert sich eine Augenzeugin. Die Damen erhoben sich mitten in der Diskussion von ihren Plätzen und eilten auf das in einer Ecke wartende BR-Team zu, das ihre Version aufgriff und im Filmbericht den Veranstaltern einen »fragwürdigen Umgang mit Kritikern« und »Rauswurf« unterstellte. »Eine bewußte Falschdarstellung«, bemängelt eine Teilnehmerin: »Solche Methoden entsprechen nicht den Programmgrundsätzen der öffentlich-rechtlichen Sender, Informationen zu liefern und der Wahrheit verpflichtet zu sein.« Anstatt kontroverse Standpunkte gleichberechtigt darzustellen, bleibe der Filmbericht einseitig und liefere Emotionen ohne Zahlen und Fakten.(LINK)

Immerhin lässt der Bericht danach Gregor Gysi zu Wort kommen, der eine durchaus ausgewogene Einschätzung zur Situation in Venezuela abgibt. Anschliessend wird jedoch mit dem Vorsitzenden der IGFM eine dubiose „Menschenrechtsorganisation“ aus dem Kalten Krieg interviewt, die dafür bekannt ist, Menschenrechte für politische Agitation einseitig zu instrumentalisieren. Die „Junge Welt“ schreibt zur IGFM:

Sie unterstützte über Jahrzehnte das frühere südafrikanische Apartheidregime und sprach sich noch 1990 gegen eine Freilassung Nelson Mandelas aus. Daß selbst Ex-US-Präsident Jimmy Carter als Wahlbeobachter jüngst die Wahlen in Venezuela als die demokratischsten der Welt bezeichnet hatte, ist für die IGFM ein Buch mit sieben Siegeln.(ebd.)

Jener Vorsitzende des IGFM verschweigt dann auch geflissentlich, dass die Verdächtigen aus Reihen des Sicherheitsdienstes noch nicht verurteilt sind, weil der Fall noch lange nicht abgeschlossen ist. Wie schwer es ist, Kriminelle in Reihen der Polizei abzuurteilen, sollte Deutschland eigentlich am besten wissen, wo hier doch Asylbewerber gefesselt in Polizeizellen verbrennen und die Strafverfahren dazu Jahre dauern oder wo psychisch Kranke, die mit Messern rumfuchteln, regelmäßig kurzerhand erschossen werden ohne das die Witzfiguren des IGFM sich darüber öffentlich echauffieren würden.

Wir sehen hier also den gleichen Propagandakrieg, den wir aus der Ukraine kennen und den man sich als Masche des Westens zur Destabilisierung unbotmäßiger Regierung genau merken sollte:

Gezielte, oft gewaltsame Provokationen, um eine Reaktion heraufzubeschwören, die dann international vom Westen lauthals angeklagt wird.

Bild anklicken, um Video auf weltnetz.tv zu starten

Video auf weltnetz.tv (5:52min)

Wie das ganz konkret auf den Straßen Venezuelas abläuft, zeigt ein aufschlussreiches Video von weltnetz.tv. Genervte Bürger beklagen sich über die Barrikaden der oppositionellen Besserverdiener. Wenn die Polizei diese wegräumt, sind sie am nächsten Tag wieder da. Am Ende kommt es zu Schüssen, bei denen Menschen sterben und die – davon kann man ausgehen – von der westlichen Propaganda wieder der Regierung angelastet werden.

„Zu sehen ist eine Straßenblockade in der Andenstadt Mérida. Die Straßensperre wird von bewaffneten und vermummten Personen verteidigt. Die Videojournalisten interviewen Anwohner, als die „Demonstranten“ auf einmal das Feuer eröffnen …“

Wer in Venezuela auch diemal als Strippenzieher hinter diesem Aufstand steckt wird niemanden verwundern und kann in einem aktuellen DemocracyNow!-Interview zur Kenntnis genommen werden:

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Video (deutsch) youtube (13:56min)

„In all meinen Jahren der Berichterstattung und Auseinandersetzung mit oppositionellen, revolutionären Bewegungen, ich habe noch nie eine Protestbewegung gesehen, bei denen so viele Leute Nike-Tennisschuhe getragen haben. High-End-Nikes und Modejeans und Hunde, die Halsbänder haben, die mehr kosten, als die Woche eines Gehaltes des Mindestlohns…..weil die USAID und die NED und das International Republican Institute ihnen Hunderte Millionen Dollar geben….Versuchen sie mal Berichte darüber in den Medien zu finden, sie schreiben darüber nicht…“

In der tagesschau des Jan Hofer klingt das dann so:

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Molotov-Cocktails gegen Kriminalität, Korruption und schlechte wirtschaftliche Lage. Der Widerspruch fällt dem Gewohnheitspropagandisten gar nicht mehr auf.