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Angesichts des massiven Widerspruchs der Öffentlichkeit gegen einseitige Berichterstattung, Doppelmoral und Propaganda im Bezug auf die Ukraine oder Russland im allgemeinen, gibt sich manches Medium erstaunt bis empört.

DIE ZEIT wähnt russische Lohnschreiber im Kreise ihre Leser und zensiert und sperrt sich einen eigenen Meinungsbiotop zurecht. Auch die FAZ zeigt sich verwundert, schaut sich die IPs der Kommentatoren an und was diese sonst noch so geschrieben haben. Offensichtlich vom gleichen Verdacht getrieben, wie die Kollegen der ZEIT. Dafür erntet die FAZ fast 700! Kommentare, deren bestbewertete es sich durchaus zu lesen lohnt.

Der WDR Staatsfunk mischt seit Monaten in der Propaganda ganz vorne mit. Das betraf die Heldenverehrung für die Vandalen von Pussy Riot und ging über eine beispiellose Hetzkampagne vor den olympischen Spielen bis zu den aktuellen Ereignissen in der Ukraine.

Hin und wieder betreibt auch der WDR so etwas wie Evaluation, wenn die Hörer gefragt werden, was sie denn vom Programm halten. Nicht das man sich irgendetwas von der Kritik annehmen oder Änderungswünsche umsetzen würde. Diese Veranstaltungen dienen einzig und allein dazu, den Anschein eines unabhängigen, den Beitragszahlern verpflichteten Mediums, aufrecht zu erhalten.

wdr5Heute war es wieder soweit: Funkhaus Wallrafplatz thematisierte den „Kalten Krieg in den Medien“. Als Gäste waren angekündigt:

Sergej Sumlenny, ehem. Deutschland-Korrespondent für russische Medien
Christina Nagel, ARD-Hörfunklorrespondentin für Russland

Und da fängt das Problem schon an: Sergej Sumlenny war weder im Studio, noch zugeschaltet. Er war überhaupt nicht in der Sendung zu hören. Statt dessen mussten die Hörer mit WDR-„Russland-Kenner“ Krause vorlieb nehmen.

Das „Gästebuch“, in dem Hörer Kommentare einstellen können – wenn diese durch die Zensur kommen – wurde vorsichtshalber gar nicht erst angeschaltet. Die Beitragszahler dürfen kommentieren, wenn es um die EU-Gurken geht, aber bei diesem umstrittenen Thema lässt man sie lieber aussen vor und nur die telefonischen Anrufer zu Wort kommen, die man in Vorgesprächen vielleicht besser filtern kann.

Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass selbst das Foto auf der Webseite des WDR-Medienmagazins offenbar falsch beschriftet ist. Tatsächlich fand die Mini-Demo von knapp 100 Leutchen vor der russischen Botschaft in Kiew nicht wie dort angegeben am Sonntag dem 2.März statt, sondern bereits am Freitag zuvor. Möglich auch, dass die Demonstranten dort tagelang standen, bis alle westlichen Agenturen einmal zum knipsen kamen, denn schon am Samstag war die Dame mit dem Transparent im Tagesspiegel abgebildet. So viel Aufmerksamkeit hätten Blockupy-, Anti-EU-Demonstranten oder diejenigen, die hierzulande gegen eine menschenverachtende Flüchtlingspolitik demonstrieren, auch mal gerne.

Die Sendung selbst war dann von durchweg kritischen und äussert differenzierten Anrufern gekennzeichnet, die die Berichterstattung sehr exakt aufs Korn nahmen. Doppelmoral und Einseitigkeit der deutschen Medien wurden mehrfach angesprochen und WDR-Mann Krause fiel dazu nichts anderes ein, als auf angebliche russische Propaganda zu verweisen oder darauf zu beharren, dass er die Dinge, die die Anrufer ansprachen „so nicht sehen könne.

Keinerlei Selbstkritik, kein Bedarf und schon gar keine Ideen oder Ansätze irgendetwas zu ändern. Wozu auch? Die Kohle der Zwangsgebührenzahler kommt ja sowieso.

Vielleicht kann tatsächlich das helfen, was eine Petition an Russia Today mittlerweile fordert: Ein deutscher Kanal des russischen Senders, der der gleichgeschalteten westlichen Propaganda die russische Sicht entgegensetzt.

Zum Podcast der Sendung.