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Als erste der angeschriebenen Sendeanstalten hat die ARD auf die Mail der Propagandaschau bezüglich der exzessiven Pussy-Riot-Berichterstattung – und der Ignoranz gegenüber den Aktivisten um Megan Rice – geantwortet.

Die Antwort lautet wie folgt:

Sehr geehrte Zuschauer,

 
vielen dank für Ihre E-Mail und Ihr Interesse am Ersten Deutschen Fernsehen.

Wir bedauern, dass Sie die Berichterstattung sowohl zu Pussy Roit als auch zur Friedensaktivistin Megan Rice des Ersten als einseitig bezeichneten.

Grundsätzlich bemühen sich die Reporter und Redakteure der ARD immer, möglichst gute journalistische Arbeit zu leisten und alle Aspekte des behandelten Themas angemessen zu beleuchten. Dazu gehört auch, Betroffene beider Seiten ausreichend zu Wort kommen zu lassen.

Bei ihrer Arbeit verfolgen die Journalisten der ARD als oberstes Ziel, gründlich zu recherchieren, Fakten zu erhärten und sie verständlich darzustellen. Bei der Auswahl der Themen orientieren sich die Redaktionen an journalistischen Nachrichtenkriterien.

Unter diesen Kriterien wird sowohl über Pussy Roit berichtet als auch über die Friedensaktivistin Megan Rice berichtet. (etwa http://www.tagesschau.de/ausland/protest-nonne-usa100.html oder http://www.ardmediathek.de/nordwestradio/radio-bremen-die-welt-mit-moritz?documentId=19812016)

Keinesfalls ist das Erste Deutsche Fernsehen einer politischen Instanz, Partei oder sonstigen Interessengruppen in besonderer Weise verpflichtet. Das öffentlich-rechtliche ARD-Gemeinschaftsprogramm wird aus Rundfunkbeiträgen finanziert und arbeitet frei von staatlicher Einflussnahme. In den Kontrollgremien der Landesrundfunkanstalten achten Vertreter aller gesellschaftlichen Gruppen darauf, dass journalistische und ethische Standards eingehalten werden.

Wir hoffen, dass wir Ihnen unsere Haltung einsichtig machen konnten. Dennoch haben wir Ihre Kritik aufmerksam überprüft. Anmerkungen wie Ihre helfen uns beim Bemühen, die Programmqualität des Ersten zu sichern und weiter zu verbessern.

Mit freundlichen Grüßen

…..

Die von der Propagandaschau gestellt Fragen wurden also nicht beantwortet. Statt dessen Textbausteine und der knappe Hinweis, dass „sowohl über Pussy Riot, als auch Megan Rice berichtet“ wurde. Die nachgewiesene eklatante Diskrepanz in Art und Umfang der Berichterstattung nimmt die ARD offensichtlich nicht zur Kenntnis.