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Man kennt diese Propagandafloskel zur Genüge: „Demonstranten mit Bussen herangekarrt“. Oft sind die dann auch bezahlt, wird behauptet. Im Konflikt um die Ukraine konnte man diese Behauptungen auch wieder lesen und hören. Nur echte Belege bleibt die Propaganda in der Regel schuldig. Welcher bezahlte und herangekarrte Demonstrant würde das auch zugeben? Und wie glaubwürdig wäre so ein käuflicher Demonstrant, wenn er sowas behaupten würde?

Die Tagesthemen überraschten am 20.2. mit einem freimütigen Bericht aus Lviv (Lemberg). Dort traf man offensichtlich auf „Kämpfer“ – wie sie sich selbst bezeichneten – die sich gerade zur Abfahrt nach Kiew verabschiedeten. Für ein ARD-Team ist das natürlich ein spannendes Thema, weshalb man sich auch an der Tatsache, dass diese „Kämpfer“ mit DEUTSCHEN Bussen nach Kiew gekarrt wurden, nicht sonderlich störte.

Nur, warum haben diese „Journalisten“ der ARD nicht nachgefragt, wer denn diese Busse bezahlt, in diesem verarmten und verschuldeten Land? Statt dieser heissen Geschichte nachzugehen präsentiert die ARD ein Interview mit einem Paar, dessen männliche Hälfte offensichtlich seiner patriotischen Pflicht nachkommen möchte.

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SO sieht er aus, der deutsche Staatsjournalismus: Ein boulevardeskes Herzschmerz-Interview statt politischer Recherche. Es wäre ja auch zu peinlich, wenn sich herausstellen sollte, dass die EVP oder KAS Busse anmietet, mit denen rechtsextremistische Kämpfer nach Kiew gekarrt werden, um den Präsidenten zu stürzen.