Schlagwörter

, , , , , ,

Die Propagandaschau wird um eine Rubrik erweitert:
Propagandaschau fragt nach

In dieser Rubrik werden künftig schriftliche Anfragen – und gegebenenfalls Antworten – an deutsche Medien mit Blick auf den Propagandagehalt ihrer Berichterstattung dokumentiert.

Der FAZ, als einem der seriösesten deutschen Medien, gebührt die Ehre der ersten schriftlichen Anfrage. Anlass ist das offensichtliche Missverhältnis in der Berichterstattung über Pussy Riot bzw. Megan Rice. Zu diesem Themenkomplex wird es in den nächsten Tagen voraussichtlich weitere schriftliche Anfragen an ARD und ZDF geben.

Natürlich ist die FAZ – anders als die ÖR – in keinster Weise verpflichtet, Leseranfragen zu beantworten, aber keine Antwort ist selbstverständlich auch eine Antwort und ein seröses Blatt wie die FAZ wird es sich sicherlich nicht nehmen lassen, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Vielleicht hat sie ja gute Gründe, warum eine Truppe wie Pussy Riot mehr Aufmerksamkeit verdient, als die Friedensaktivisten um Megan Rice.

Den letzten Anstoß zur nunmehr avisierten schriftlichen Anfrage gab die Zensur eines im Folgenden dokumentierten Leserkommentars, der das angesprochene Missverhältnis in der Berichterstattung zu Pussy Riot/ Megan Rice thematisierte.

Der Beitrag, auf den der Kommentar sich bezog, lautete: „Peitschen, Schlagstöcke und Pfeffergas

Der nicht veröffentlichte (per Screenshot gesicherte Kommentar) lautete folgendermaßen:

Wie gesagt, wurde weder der Kommentar veröffentlicht, noch gab es eine Antwort. Die Hoffnung war wohl etwas naiv.

Die Suchergebnisse mit den Schlagworten Pussy Riot bzw. Megan Rice kann jeder Leser selbst ausprobieren. Aktuell ergibt die Suche nach Pussy Riot bereits 149 Ergebnisse, während Megan Rice gerademal in 1 Artikel Erwähnung findet.

Screenshot 20.2.2014 Screenshot 20.2.2014

Fragen zu diesem Missverhältnis sind also mehr als berechtigt.

Die folgende Mail geht heute an die FAZ:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie die Kommentare auf Ihrer Webseite zeigen, empfinden viele Leser die exzessive Berichterstattung über „Pussy Riot“ genauso unangemessen, wie die Aktionen dieser „Aktivisten“. Gemessen an der Aufmerksamkeit, die beispielsweise den christlichen Friedensaktivisten um Megan Rice zukommt, drängt sich der Eindruck auf, dass „Pussy Riot“ gezielt benutzt werden, um Propaganda gegen Russland zu betreiben.

Am Donnerstag, den 20.2. wurde versucht, dieses Missverhältnis in der Berichterstattung (148:1) , in einem Leserkommentar auf faz.net zu thematisieren. Leider wurde der Kommentar nicht zugelassen, weshalb nun auf diesem Wege versucht wird, Anworten auf einige Fragen zu erhalten, mit denen Sie den Verdacht der einseitigen Berichterstattung/Propaganda ausräumen können.

Der zensierte/nicht veröffentlichte Leserkommentar zum Artikel: http://www.faz.net/aktuell/sport/olympische-winterspiele/neues-pussy-riot-video-peitschen-schlagstoecke-und-pfeffergas-12811562.html lautete wie folgt:

Aus diesem Vorgang ergeben sich folgende Fragen, die nun auf diesem Wege gestellt werden sollen, um Ihnen Gelegenheit zu geben, den Verdacht der einseitigen Berichterstattung/Propaganda/Zensur auszuräumen:

1. Sehen Sie selbst ein Missverhältnis in ihrer Berichterstattung über eine Gruppe wie Pussy Riot einerseits und den Friedensaktivisten um Megan Rice andererseits?

2. Können Sie erklären, warum eine Gruppe wie Pussy Riot in Ihrem und anderen deutschen Medien dermaßen publizistisch gehyped wird, während die Friedensaktivisten um Megan Rice nahezu totgeschwiegen werden?

3. Halten Sie die Aktionen von Pussy Riot (öffentliche Orgien, obszöne sexuelle Handlungen, Bespritzen von Polizisten mit Urin, gespielte Hinrichtungen, Erstürmung von Kirchen, Bepöbeln von Gläubigen, etc) für wichtiger, angemessener und zielführender, als die Aktionen von Megan Rice und ihren Mitstreitern (ziviler Ungehorsam, Einbruch in Atomanlagen, Wand-Graffiti mit Bibelzitaten, bespritzen des Bodens mit Menschenblut, etc.)?

4. Was meinen die – zweifellos vorhandenen – US-Experten in ihrer Redaktion, wie viele Jahre Pussy Riot in den US-Gefängsnissen verbringen würden, wenn sie dort:

  • öffentlichen Gruppensex in einem Museum veranstalten
  • obszöne sexuelle Handlungen in einem Supermarkt begehen
  • Polizeibeamte mit Urin bespritzen
  • vor dem Capitol ein Pöbelkonzert veranstalten
  • eine Kirche stürmen und ein „Punk-Konzert“ aufführen
  • maskiert vor dem SuperBowl-Stadion einen Hassgesang auf Obama anstimmen

Selbstverständlich sind Sie nicht verpflichtet zu antworten, aber es wäre einem renommierten Blatt wie Ihrem doch kaum angemessen, auf diese berechtigten Fragen zu schweigen.

Diese Mail und (gegebenenfalls) Ihre Antwort werden unter folgender URL veröffentlicht:
https://propagandaschau.wordpress.com/propagandaschau-fragt-nach/

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!
Mit freundlichen Grüßen,
DOK