Schlagwörter

, , , , ,

Aus Sicht der Propagandaschau war es besonders interessant und ergiebig, wie der Staatssender ZDF mit dem „Fuck The EU“ der EU-Beauftragten der USA Nuland umgehen würde.
Die Haltung Nulands zur EU war an Deutlichkeit kaum zu überbieten und wo sagen Diplomaten schon einmal die Wahrheit, wenn nicht im vermeintlich vertraulichen Gespräch mit den Kollegen am Telefon?

Das für seine transatlantische Propaganda bekannte ZDF berichtete in seiner „Heute“-Sendung am 7.2. um 19.00 Uhr erst an 6. Stelle von Nulands verbaler Zeugnisausgabe. Eine mutmaßlich verhinderte Flugzeugentführung, ein Parteitag der Grünen, ein Parteitag der CDU, eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur EURO-Rettungspolitk und gewaltsame Randale in Bosnien waren dem ZDF wichtiger.

Wer jetzt noch nicht abgeschaltet hatte bekam weitere Propagandamethoden serviert.

  • Zunächst wird Nuland als almosenverteilender Engel auf dem Maidan portraitiert. (Man stelle sich vor, russische Diplomaten würden vor der roten Flora in Hamburg geschmierte Brote verteilen und wie das in den deutschen Propagandamedien dargestellt würde!)
  • die deutsche Reaktion wird in dürren Worten einer Regierungssprecherin abgehandelt, die die Äusserung im Namen Merkels für inakzeptabel erklärt. Die hinter der Wortwahl Nulands steckende Einstellung wird gar nicht kommentiert.
  • Es gibt KEINE Interviews, Zitate oder Kommentare von EU-Offiziellen oder deutschen EU-Politikern!
  • es geht sofort weiter zur Frage, WER denn der Bote der üblen Nachricht ist: „US-Botschaft und Behörden sehen die RUSSEN als Drahtzieher der Aktion“. Es wird also erstens vom Inhalt der Botschaft abgelenkt und obendrein eine reine Spekulation der USA über die Hintermänner der Veröffentlichung als Nachricht verkauft
  • die Sprecherin des US-Aussenministerium kommt zu Wort und darf – vom Inhalt ablenkend – einen „neuen Tiefpunkt in der russischen Verbreitungspolitk“ behaupten. DAMIT gibt sie die Richtung der weiteren propagandistischen Umdeutung des Vorgangs durch das ZDF vor
  • „Die Beziehung zwischen beiden Staaten haben einen Dämpfer erhalten“ kommentiert ZDF-Propagandist Volker Duczek und meint nicht etwa die USA und die EU, sondern die USA und Russland.
  • In diese Richtung geht die Stoßrichtung weiter. Anstatt nach Brüssel zu schalten, um dort Einschätzungen zum vernichtenden Urteil Nulands einzuholen, geht es nach Washington, wo mit Ulf Röller ein weiterer transatlantischer Meinungsmacher einen – zur eigentlichen Sache vollkommen informationsfreien – Kommentar abgibt, der das belastete Verhältnis der USA zu Russland zum Thema hat und nicht das in Nulands Wortwahl evident gewordene schlechte Verhältnis zwischen den USA und der EU.

Der gesamte Bericht ist lupenreine Propaganda und Verzerrung des eigentlichen Vorgangs. Nuland wird verteidigt und in ein positives Licht gerückt. Das doch wohl offensichtlich schwer beschädigte Verhältnis USA – EU wird ausgeblendet und das Augenmerk Richtung Russland gelenkt.

Ähnliche Strategien konnte man bereits in der Berichterstattung der US-hörigen deutschen Konzernmedien beobachten. Besonders peinlich und zum Fremdschämen geeignet war die schwülstige Ergebenheitsadresse des transatlantischen PR-Mannes Stefan Kornelius in der Süddeutschen. Der weiss über seine „Toria“:
„Wenn die Europäer einen Anwalt in der Obama-Administration haben, dann Nuland.“

Wer solche „Anwälte“ hat, der sollte lieber keine Feinde haben.