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Erst vor Kurzem hat der Postillon gezeigt, dass Satire seriöser sein kann, als die gezielte Meinungsmache in der vermeintlich seriösen Presse.

Ein weiteres Beispiel liefert ausgerechnet die SPAM-Rubrik von Spiegel Online.
Die deutschen Medien haben bekanntlich die vom ukrainischen Parlament als Maßnahme gegen die Gewalt auf dem Maidan erlassenen verschärften Demonstrations- und Versammlungsgesetze heftig attackiert. Demokratiefeindlich und von Russland abgeschrieben seien die Gesetze – die mittlerweile zurückgenommen wurden – angeblich.

Dass die Gesetze sich im Großen und Ganzen vom repressiven deutschen Demonstrationsrecht nicht unterscheiden, haben die staatlichen Propagandisten geflissentlich verschwiegen.
Die SPAM-Rubrik von Spiegel Online macht sich darüber lustig und trifft dabei den Nagel auf den Kopf:

Ein Sprecher der EU-Kommission: „Wir haben festgestellt, dass Janukowitsch für seine Sicherheitsgesetze entsprechende Regelungen demokratischer Staaten plagiiert hat. Er verletzt damit das Urheber- und Leistungsschutzrecht unserer freiheitlichen Wertegemeinschaft.“

So durften ukrainische Demonstranten plötzlich nicht mehr Zelte oder Bühnen ohne Genehmigung aufbauen. Sie konnten vor Gericht gezerrt werden, wenn sie Polizisten bedrohten oder beleidigten, extremistische Informationen verbreiteten und die öffentliche Ordnung störten. Es war ihnen auch verboten, den Zugang zu Gebäuden zu blockieren sowie Ministerien zu besetzen. Und wenn sie dann das Gericht missachteten, gab es noch eine Strafe obendrauf…
Der Gipfel der Unverfrorenheit sei jedoch, dass Janukowitsch sein unerträgliches Vermummungs-, Helm- und Uniformverbot fast wörtlich aus dem deutschen Versammlungsgesetz abgeschrieben und einzig die Strafandrohung variiert habe: In der Ukraine drohten bei Zuwiderhandlungen zehn Tage Gefängnis, in Deutschland sei es ein Jahr: „Hätte er die Haftdauer auch noch angeglichen, dann müsste er vor den Internationalen Gerichtshof.