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Das Schicksal russischer Waisenkinder, die Verherrlichung US-amerikanischer Kriegsverbrecher, verzerrte Berichte über Präsidentschaftswahlen, Pussy Riot und die althergebrachten Ressentiments vieler deutscher Journalisten beim Blick auf Russland thematisiert ein Feature von Walter van Rossum, das im März 2013 im DLF gesendet wurde.

Daraus hier ein Zitat eines offenen Briefes von Gorbatschow aus dem Jahr 2008 an die deutsche Journaille:
„An meine Freunde, die deutschen Journalisten. (…) Nicht von ungefähr habe ich das WIE hervorgehoben. Denn die Fakten, die Anlass zur Kritik bieten, stammen ja oft aus der Realität oder werden aus russischen Zeitungen übernommen. (…) Beim aufmerksamen Blick auf die Flut von Veröffentlichungen in Deutschland wird man jedoch schwer den Eindruck wieder los, als ob man es mit einer gezielten Kampagne zu tun hat, als ob alle aus einer einzigen Quelle schöpften, die eine Handvoll Thesen enthält (in Russland gebe es keine Demokratie; die Meinungsfreiheit werde unterdrückt; eine arglistige Energiepolitik werde durchgesetzt; die Machthaber drifteten immer weiter in Richtung Diktatur ab – und so weiter und so fort.) Diese Thesen werden in verschiedenen Tonarten wiederholt. Die Zeitungsmacher scheinen auch keinerlei Interessen jenseits dieser Aussagen zu haben. „

Das hörens- und lesenswerte Feature:
DLF-Feature Webseite
Das DLF-Feature von Walter van Rossum als mp3-Podcast 43:30 min
Das DLF-Feature von Walter van Rossum als PDF
Das DLF-Feature von Walter van Rossum als TXT

Im Dezember gab Walter van Rossum im DLF ein Interview anlässlich der Entlassung Chodorkowskis:

Fragesteller: Putin ist doch gewiß nicht der lupenreine Demokrat, von dem Ex-Kanzler Gerhard Schröder mal gesprochen hat. Wird er nicht zurecht auch von den Medien kritisiert?

von Rossum: Vollkommen! Ich bin mir ganz sicher, dass im Reiche von Herrn Putin jede Mange Sachen nicht stimmen, nur man könnte die Geschichte auch anders erzählen. Angeblich macht ja Putin, seit 13 Jahren die Demokratie kaputt. Das muss ja eine wahnsinns Demokratie gewesen sein, die seit 13 Jahren kaputt gemacht wird. Man könnte aber auch eine Geschichte erzählen, dass dieses Russland unter Putin, das vielleicht freieste und vielleicht auch wohlhabenste, nein mit Sicherheit das wohlhabenste und zugleich freieste Russland aller Zeiten ist. Man könnte eine Siegesgeschichte erzählen und könnte trotzdem nebenher sagen: ja, unseren Rechtsstaatansprüchen genügt die Firma noch lange nicht.

„Mit zweierlei Maß“: Unsere Sicht auf Putin, Chodorkowski und Russsland
04:46 Minuten