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Angriff auf Sankt-Martin! Ein Kindergarten kocht eine „Sonne-Mond-und-Sterne-Suppe“, Eltern wittern kulturellen Verfall und alarmieren ein lokales Käseblatt. Was dann folgt steht symptomatisch für eine kulturelle Hetze, in deren Zentrum sich Muslime mal wieder von Dingen distanzieren sollen, mit denen sie nichts zu tun haben.

Besonders negativ fällt in dieser Geschichte die Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ins Auge.
Bereits am 7.7. skandalisiert WDR5 die Martins-Ente in seinem morgendlichen Tagesgespräch.
Webseite WDR5 Tagesgespräch

Moderator Thomas Koch wörtlich:

Rüdiger Sagel, Vorsitzender der Linken in Nordrhein-Westfalen, hat nun vorgeschlagen, diese Sankt-Martinszüge abzuschaffen und durch ein Sonne-Mond-und-Sterne-Fest zu ersetzen, um muslimischen Kindern nicht weiter christliche Traditionen aufzudrängen.

Podcast WDR5 Tagesgespräch 0:20min

Dieser Unsinn ist in zweierlei Hinsicht perfide. Zum ersten wird Rüdiger Sagel etwas nachgesagt, was er gar nicht gefordert hatte, nämlich, dass er das Martins-Festes abschaffen wolle. Hätte Herr Koch sich auch nur 5 Minuten auf seine Sendung vorbereitet, hätte er das auch wissen müssen, denn bereits am Tag zuvor hatten Rüdiger Sagel klargestellt:

Dass St. Martinsumzüge nicht mehr stattfinden sollen oder der katholische Heilige gar abgeschafft wird, ist nicht meine Meinung,“ stellt LINKE-Sprecher Rüdiger Sagel klar.

Webseite Die Linke NRW

Darüberhinaus ist diese Lüge des öffentlich-rechtlichen Schwätzers Koch besonders verwerflich, weil wieder einmal anti-muslimische Ressentiments geschürt werden. Beim unbedarften und latent ausländerfeindlichen Zuhörer kommt mal wieder die Botschaft an, „wir“ (die Eingeborenen) müssten wegen „denen“ (den Migranten) auf „unsere“ Kultur, Traditionen oder Bräuche verzichten.

Dankenswerterweise hat die Süddeutsche Zeitung etwas genauer recherchiert, denn mittlerweile musste das Martins-Fest in besagtem Kindergarten unter Polizeischutz stattfinden.

Die Süddeutsche am 10.11.:

Eine Umbenennung hat es nie gegeben

Es sei weiter vom Martinstag die Rede, gerade auch in Einladungen und Papieren, etwa dem Antrag für den Laternen-Umzug gemäß der Straßenverkehrsordnung; stets sei vom Martinsumzug die Rede. Er habe die Unterlagen durchgesehen.

Ja, irgendwann, im Jahr 1998, sei wohl mal eine „Sonne-Mond-und-Sterne-Suppe“ gekocht worden. Seither gebe es auch diesen Namen. Aber eine Umbenennung? „Wir müssten das doch wissen“, sagten die Erzieher dazu, ratlos. Der Artikel wurde, so heißt es in Bad Homburg, zunächst in einem Blog kommentiert. Es folgten Droh-Mails, die Geschichte erreichte größere Medien, und nun hatten viele etwas zu sagen.

Dabei fand sich kaum jemand, den die Idee, die es in Bad Homburg sowieso nicht gab, begeisterte. Nur die Linken in Nordrhein-Westfalen äußerten Zustimmung. Seither bekommt ihr Sprecher Rüdiger Sagel so viel Aufmerksamkeit wie sonst wohl nie. Er stellte freilich schnell klar, dass er missverstanden worden sei, vielleicht gar absichtlich, und Martinsumzüge auch nicht abschaffen wolle. Ja, die Botschaft des Heiligen Martin, den Mantel zu teilen und den Armen zu helfen, sei sogar „zentraler Bestandteil unserer Politik“: Kinder sollten weiterhin mit Martins-Laternen Freude haben.“

Webseite Süddeutsche Zeitung

Diese Fakten schaffen es allerdings nicht in die Redaktionen öffentlich-rechtlicher Kulturhetzer und deshalb legt die „Kulturzeit“ einen Tag später nach.
Webseite Kulturzeit

Noch 5 Tage nach der Klarstellung durch die Linken, lügt der ausgezeichnete Hetzer Grandits, dass sich die Balken biegen:

Zitat Grandits:

Eine KiTa in Bad Homburg hat das „Martins-Fest“ in das „Sonne-Mond-und-Sterne-Fest“ umbenannt, nicht zuletzt auch, um Kinder und Eltern aus anderen Kulturkreisen – heißt muslimischen – nicht zu diskriminieren. Was folgte war ein Volkszorn der unheiteren Art. Die Linken in Nordrhein-Westfalen wollen auch keinen heiligen Martin, sondern Sonne-Mond-und-Sterne.

Video Kulturzeit Mediathek ab 7:40min

Kulturzeit

Doch damit nicht genug! Im Anschluss an den Beitrag legt Grandits noch einen drauf und kommentiert:

Hätte nur noch gefehlt, dass man das Martins-Fest in „Sonne-Halbmond-und-Sterne-Fest“ umbenennt.

Diese erbärmliche Geschmacklosigkeit hat man wohlweisslich aus dem Beitrag in der Mediathek herausgeschnitten.

Fazit: Öffentlich-rechtliche Kulturhetze im Mantel der Scheinheiligen.